Die Partei hat niemals Recht

7 03 2009

Ich freue mich immer wieder wenn das öffentlich-rechtliche Qualitätsfernsehen, wenn es nicht gerade mit DSDS-Derivaten beschäftigt ist, seinem Bildungs- und Informationsauftrag nachkommt. Wo es doch viel einfacher ist einfach nur so zu tun: 

Nehmen wir doch mal diesen Panoramabeitrag. Da wird sich doch nicht etwa plumpes Politgetrampel der Sendungsverantwortlichen hinter verbergen? Nicht, dass die FDP zu viele Stimmen kriegt.

Ich nehme an es ist Zufall, dass Prof. Wiegard ein Forum gegeben wird um die Programmatik einer Konkurrenzpartei zu kritisieren. Das Wiegard nämlich nicht nur Mitglied der „Wirtschaftsweisen“ ist sondern auch SPD-Mitglied interessiert den Zuschauer doch gar nicht. Dass Prof. Sell, der auf seiner Homepage mit Zitaten von Oskar Lafontaine glänzt auch FDP-Vorschlägen nicht unbedingt gewogen ist, überrascht eigentlich auch niemanden der zwei Sekunden für Google aufbringt.

Die FDP weigert sich partout die Weltsicht der Redaktion zu übernehmen und da die schließlich den Bildungsauftrag haben, muss die ja richtig sein:

Das FDP Rezept in der Finanzkrise: wenig Solidarität mit den Betroffenen und ein konsequentes Kleinreden des Marktversagens.
[…]
Doch dabei vergisst die FDP gerne, dass vor allem ein uferloser Markt die Krise ausgelöst hat.

Neben der Fehlverwendung des Begriffes Solidarität (diese Entfremdung des Begriffs von seiner eigentliche Bedeutung lässt sich wohl nicht mehr retten) glänzt die Redaktion hier mit einer besonderen argumentativen Finesse:
Es ist so, weil es so ist.

Genau die Engstirnigkeit, die die Redaktion der FDP vorwirft wendet sie selber an. Die Möglichkeit, dass der Staat auch eine substantielle Rolle gespielt haben könnte, hat die Redaktion wohl auch „vergessen“. Wie man sich da noch für intellektuell aufrecht halten kann ist mir absolut schleierhaft. Vielleicht ist die Redaktion aber genauso vergesslich wie sie e der FDP vorwirft.

Einfach nur grotesk.


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2 responses

26 03 2009
ftt

Wobei Prof. Wiegard zwar in der SPD ist, ihn das aber in den letzten zehn Jahren nie davon abgehalten hat, als Wirtschaftsweiser die SPD zu kritisieren, und zwar nicht von der Lafontaine-Richtung aus.

26 03 2009
googlehupf

Da hast du Recht, ich fühle mich als Zuschauer aber dennoch ein wenig hintergangen wenn solch leicht markierbare Fakten (einfach im Untertitel (SPD) hinzufügen) unter den Tisch fallengelassen werden.




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